Design als Transdisziplin

Designer sind nicht nur Künstler sondern auch Gestalter, und gestalten kann man vieles. Glitch Art lädt durch das intensive Erzeugen und Generieren von visuellen Rein-ergebnissen dazu ein, sie weiter zu verarbeiten. Ein Glitch Artist produziert seine Ergebnisse auf Leinwände, Wänden, druckt, malt, strickt, macht Musik, bastelt, schaltet und macht auf viele weitere Arten seine Arbeit sichtbar. Er ist also auch Gestalter.

Design wird hier sichtbar, wenn der Glitch Artist in seine Arbeit eingreift und etwas steuert. Bewusst wird hier nicht von Modedesign oder Kommunikationsdesign geredet, dann der Designanteil dient hier ganz besonders als Verarbeitungsinstrument zwischen zwei grundliegenden Prozessen: Das Hacken und das Verwenden des Ergebnisses vom Hack.

Diese Form von Design beschäftigt sich in der Theorie mechanisch mit der Kritik an dem Medium Computer an sich und mit den computereigenen Mitteln, die hier uminstrumentalisiert werden.  Technisch kann man den Designanteil in einige Sparten zersägen: Fotodesign für den reinen Data Bender, Video-und Animationsdesign für den Datamosher, Interaktionsdesign für den Circuit Bender und Hardware-Hacker, wobei alle Felder das Hacken und Manipulieren von Daten, Formaten und Datenträgern gemeinsam haben, sowie den kreativen Gedanken, wo und wie man mit die Resultate anbringt. Meist eignen sich viele Glitch Artists auch die Disziplin des Programmierens einer Computersprache an, wie z.B. Processing oder Java Script.

Design als Transdisziplin bekommt bei Glitch Art eine neue Bedeutung, die den etablierten Begriff der Transdisziplin in neue Bahnen weiterleitet. Ein Illustrator beherrscht in seinem Berufsfeld Disziplinen, die eng verknüpft mit seiner eigentlichen zeichnerischen Arbeit sind, daher also begrenzt sind. Bei Glitch Art wird der Künstler, also Designer herausgefordert, sich neue Programme und Sprachen anzueignen, sogar in neue Berufsfelder einzublicken.

Des Weiteren wurden dem Data Bender an sich nicht (akademisch) beigebracht, welche Resultate den ästhetischen Gestaltungsgesetzen am ehesten entsprechen. Vergleicht man ihn mit einem Layouter, hat dieser bereits gelernt, wie beispielsweise ein Zeitschriftencover etwa auszusehen hat und welchen Regeln er dort folgen muss, damit entweder etwas lesbar ist, oder die Zielgruppe schnell drauf anspringt. Der Glitch Artist muss in eigenem Ermessen entscheiden, welche seiner Ergebnisse besonders reizvoll wirken und wie sie eventuell in einer Galerie hineinpassen. Hier wird der Gestalter wieder zum Künstler. Er entscheidet für sich und folgt dem Geschmack, der ihm nicht durch Authoritäten nahegelegt wurden.

Glitch Art ist in den Jahren der 2000er zu unerfahren und besitzt keine Vorgänger Ära, aus der die Kunstbewegung herausgeschmolzen ist.

Es gibt demzufolge wenige bis gar keine Kunstschulen, die sich intensiv mit dieser neuen Bewegung auseinandersetzen und durch Authoritäten oder Gelehrte bestimmt wird, welche Elemente Glitch Art zu tragen hat, damit sie als “ästhetisch wertvoll” gelten oder welchen sonstigen Regeln Glitch Art als die “Kunst der Resultate aus digitalen Systemstörungen” zu befolgen hat.

 

 

 

 

 

 

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