Generatives Gestalten

Das generative Gestalten beschreibt den Prozess, bei dem eine Form, ein Muster, Struktur oder ein Objekt automatisch durch einen Algorithmus verändert wird. Der Algorithmus kann jeglicher Umwelteinfluss sein.

Das Ergebnis: unendlich zufällige Modifizierungen der Ausgangslösung. Den Raum der Lösung erstellt der Gestaltende. 

Bereits in den 50er Jahren entwarf man die ersten technisch rechnenden Zufallsgeneratoren. Georg Nees war einer der ersten Mathematiker und Informatiker, die ersten Zufallsautomatismen entwarf und dardurch Computergrafiken erstellen ließ.

Generatives Gestalten wird heute noch erforscht und gilt seit der digitalen Wende extrem reizvoll bei Computerkünstlern und Designern.

Interessant im Kontext der Neuen Destruktion sind sogenannte “Glitch Generators”.  Sie imitieren die Störbilder und -ästhetiken, die möglichst zufallsartig und gestört erscheinen sollen, jedoch durch berechnende Befehle.

Beispiele sind der beliebte glitch text generator des Glitch Künstlers “st.Allio!” oder zahlreiche Apps für das Smartfone. Sie alle lassen nicht hinter die Vorgänge des Pixelberechnens blicken. Sie sind generative Automaten.

Auch die Software “Processing” mit ihrer designfreundlichen Computerspache, basierend auf Javascript,  bietet eine gestalterische Möglichkeit, selber Objekte, Flächen und Räume, aber auch Werkzeuge und Programme zu entwickeln, die auf einem mathematischen Prinzip beruhen. Durch selbst gewählte und geschriebene Parameter, können sich dadurch Ergebnisse generieren lassen, die uns durch enge Befehlsvorgaben in anderen handelsüblichen Gestaltungsprogrammen verwehrt bleiben.


 

Hier ein paar relevante Versuche, Generatives Gestalten zu definieren:

Generative design is not about designing the building – Its’ about designing the system that builds a building.” – Lars Hesellgren

Generative design systems are aimed at creating new design processes that produce spatially novel yet efficient and buildable designs through exploitation of current computing and manufacturing capabilities” – Kristina Shea

Generative design approach works in imitation of Nature, performing ideas as codes, able to generate endless variations ”  – Celestin Soddu

A basic form, pattern, or object is automatically modified by an algorithm. The result: infinite random modifications of the starting solution (within a solution space set by the designer).” – Frank Piller

Generative Design Processes is about the modeling of initial conditions of an object (its “genetics”) instead of modeling the final form. ” – Paola Fontana

“An over aching computational method; in essence an incremental specification of design logic in a computational form that eventually yields with a design space open for exploration of alternatives and their variations.” – Halil Erhan

 – https://generativedesign.wordpress.com/2011/01/29/what-is-generative-desing/


 

 

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Die “Glitchr”-App “verziert” hochgeladene Bilder mit spezifisch beschriebenen Glitch-Effekten:

Die eines Gameboys, Gameboy Camera, VHS (alter TV-Effekt), Nintendo NES, alten Anaglyph 3D-Stil, ASCII Art

und weitere künstliche Effekte, um damit zu spielen.

 

Author: neue-destruktion on 29. September 2014
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