Analogie

Der künstlerische Misbrauch von Medien und Aspekten von Medien fand bereits Mitte des 20. Jahrhunderts statt, wofür es jedoch noch keinen Namen gab. Bereits Dadaisten der 50er Jahre betrieben eine vorhergehende Form des Hackens, der Zweckentfremdung von Dingen, die einer bestimmten Funktionalität dienen, und daraus ein neues Objekt skulptural oder 2-dimensional entwickeln.

Der Glitch als technische Panne konnte erst im Zeitalter der Personal Computer freie Entfaltung finden. Zu diesen Zeiten hatte er trotzdem immernoch keine Beliebtheit unter visuellen Gestaltern und Künstlern. Erste Anklänge fand er in der eletronischen Popmusik. Durch den Rapport von einzelnen Milli Sequenzen im Sound oder sogenannte Noise Effekte (durch Rauschen, Kratzen oder Knistern) erhielt der Hörer einen Eindruck, dass die Soundübertragung fehlerhaft ist. In der Techno- und Electro Szene erfreute sich dieses Stilmittel bald große Beliebtheit, gerade in sehr harten, aber auch experimentellen Flügeln der elektronischen Tanzmusik. Typische Interpreten sind u.a. “Aphex Twin”, “Squarepusher”, “Boxcutter” etc… Später, ab etwa 2007 optimierten sich diese Effekte in Qualität und vielfalt und wurden bei einigen Künstlern sogar essenziell, zu nennen wären hier “Ryoji Ikeda” oder das audio-visuelle Künstlerduo “/incite”, die jedoch den Glitch jeweils anders interpretieren. Beim Recherchieren jener Künstler fällt auf, dass Sound, Bild und Bewegung gerne ineinander hergehen und dadurch neue Welten der Wahrnehmung erzeugt werden und bestehende ausgereizt werden.

Author: neue-destruktion on 3. Oktober 2014
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